05.09.2011, 13:04 Uhr | dpa, t-online.de
Weltbank-Präsident Robert Zoellick (Quelle: dapd)
Schuldendesaster in der Eurozone und in den USA, drohende Inflation: Weltbank-Präsident Robert Zoellick hat auf einer Konferenz in China deutlich vor einer neuen globalen Rezession gewarnt. Die Weltwirtschaft rutscht nach den Befürchtungen des Experten "in diesem Herbst in eine neue Gefahrenzone".
In seiner Rede zur Zukunft Chinas in Peking warnte Zoellick gleichzeitig davor, dass hohe Nahrungsmittelpreise und die Unbeständigkeit auf den Rohstoffmärkten die Ärmsten der Welt bedrohen. Als zweitgrößte Wirtschaftsnation sei China zwar ein Motor für weltweites Wachstum, müsse aber große Herausforderung bewältigen, um auch in den nächsten zwei Jahrzehnten noch schnell zu wachsen.
"Die Finanzkrise in Europa ist eine Staatsschuldenkrise geworden, die ernste Auswirkungen auf die Währungsunion, Banken und die Wettbewerbsfähigkeit einiger Staaten hat", sagte Zoellick bei dem Wirtschaftstreffen im chinesischen Staatsgästehaus Diaoyutai. "Mein Land, die Vereinigten Staaten, muss die Probleme mit seinen Schulden, den Ausgaben, der Steuerreform zur Förderung des Privatsektors und einer festgefahrenen Handelspolitik anpacken."
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In einer globalen Wirtschaft hätten die Entscheidungen, die in Europa, den USA und auch in China getroffen werden, Auswirkungen auf alle. Politiker müssten nicht nur kurzfristig denken, sondern auch Entscheidungen über die mittel- und langfristigen Motoren für Wachstum und Innovation treffen, erklärte Zoellick auf der Konferenz.
Als Wirtschaft mit einem derzeitigen Einkommen im oberen Mittelfeld sei China in einer guten Ausgangslage, in den nächsten 15 bis 20 Jahren zu den Ländern mit hohen Einkommen aufzuschließen, so Zoellick. China könne sich in Zukunft aber nicht mehr auf das alte, durch Export und Investitionen getriebene Wachstumsmodell stützen. Wenn ein Land einen mittleren Einkommensstatus erreicht habe, müsse es seine Entwicklungsstrategie ändern. Sonst drohe ihm Konkurrenz sowohl durch Billiglohnländer als auch durch fortschrittlichere Staaten.
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Der seit diesem Jahr geltende neue Fünf-Jahres-Plan für China konzentriere sich schon auf strukturelle Reformen, um Innovation und wirtschaftliche Effizienz zu fördern, sowie auf einen Ausbau der heimischen Nachfrage und eine Verringerung der Einkommenskluft, betonte Zoellick. China müsse den Plan jetzt auch in konkretes Handeln umsetzen, sagte der Weltbank-Präsident. Die neuen Herausforderungen erfolgten in einem internationalen Umfeld mit einer Verlangsamung des Wachstums und einer Schwächung des Vertrauens in die Weltkonjunktur.
Bei seinem fünften China-Besuch seit seinem Amtsantritt 2007 traf Zoellick mit Vizeministerpräsident Li Keqiang zusammen, der in Folge des 2012 geplanten Generationswechsels voraussichtlich neuer Ministerpräsident werden soll. Der Weltbank-Präsident sprach auch mit dem für Wirtschaft zuständigen Vizepremier Wang Qishan über die globalen Finanzprobleme und das geplante Treffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) im November in Cannes.
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Quelle: t-online.de , dpa
VWL-Ranitzki schrieb:
am 4. September 2011 um 13:44:27
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Weltbankchef
Die Weltbank, eine Art KfW amerikanischen Ursprungs, sollte eigentlich mal allen Staaten unter Arme greifen. Aber die Chinesen
brauchen wohl kaum Ratschläge von R. Z., denn jene sitzen längst am längeren Hebel. Sie sind nämlich fast schon Eigentümer der USA, wenn man das Volumen der Staatsanleihen gegenrechnet. Das Außenhandelsdefizit zu China wurde quasi damit beglichen. USA, der größte Hauptschuldner, muss nun die Chinesen schön bei Laune halten.
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N. ter Beil schrieb:
am 4. September 2011 um 12:04:14
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Geld
Wichtig wäre, sollten wir so in 50 Jahren, mal einen Friedesvertrag und eine Verfassung bekommen (und daran nicht Pleite gehen), daß
dort zwingend hineingeschrieben wird, daß es Politikern jedweder Couleur bei schwerster Strafe untersagt ist, daß Deutsche Volk insgesamt auszuplündern. Aber vielleicht ist das dann ja kein deutsches Problem mehr.
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Hainchen schrieb:
am 4. September 2011 um 11:58:25
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Weltbankchefs Warnung
Kein Land hat aus der Finanzkriese gelernt werder Banken noch die Politik.
Wann ändert sich daß endlich??Warum
müßen wir in Europa mit aller gewalt Griechenland weiter Unterstützen, wo jeder weiß, das es keine Rettung gibt? Wie lange sollen die anderen Europäischen Länder das noch ertragen?? Ich finde nicht, daß wir noch länger für die Schlamperei Griechenlands noch eingeschrängt werden müßen. Länder die sich nicht an den Spielregeln halten, müßen das Feld räumen,bevor wir alle untergehen!!
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