04.07.2011, 13:59 Uhr | Financial Times Deutschland, Sabine Meinert
Viele kennen das: Mit dem Start in die Ferien macht die Gesundheit schlapp (Foto: Archiv)
Es ist ein Phänomen, das jedes Jahr wieder auftaucht: Kaum ist der wochenlange Stress am Arbeitsplatz vorbei und es könnte losgehen mit der dringend nötigen Erholung, da macht der Körper schlapp - krank. Meist schon innerhalb der ersten Ferientage.
Leisure Sickness wird das Phänomen unter Medizinern genannt, das Arbeitnehmer gleich in den ersten Urlaubstagen krank macht. Oft tritt es nach einer längeren Stressphase auf, in der auf Hochtouren geackert wurde, zeigt sich jedoch in ganz unterschiedlicher Form: Migräne, Erkältung, Magenbeschwerden, Fieber.
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Diese Reaktionen sind wissenschaftlich belegt, sagt Tomas Stein, ärztlicher Direktor und Kardiologe am Diagnostik-Zentrum Fleetinsel in Hamburg. "Der Körper fährt die Immunabwehr auf ein Höchstniveau, wenn er unter Stress steht. Fällt der Stresspegel, fährt er die Produktion der Abwehrzellen abrupt herunter, sodass sich Krankheitserreger ungehindert Zutritt verschaffen können."
Der Arzt warnt zudem davor, dass neben der Immunabwehr bei Stressgeplagten häufig auch das gesamte vegetative Nervensystem angegriffen ist - was sich in steigendem Blutdruck, Schlafstörungen, übermäßigem Schwitzen oder Kurzatmigkeit zeigen kann. Nur: Gehen die Betroffenen zum ärztlichen Check, wird häufig nichts gefunden. Denn Sympathikus und Parasympathikus sorgen ebenfalls für den "Ferieneffekt". Bei hoher Anspannung wird das menschliche Gehirn mit mehr Sauerstoff und Energie versorgt, in Zeiten der Entspannung mit weniger. "Ist dieses Zusammenspiel gestört, fühlt sich der Betroffene auch im eigentlichen Ruhezustand stets gehetzt und unter Druck", erklärt Stein.
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Wer diesen Zustand vermeiden will, kann vorbeugen. Stein rät zum Beispiel, die schönsten Wochen des Jahres mit ein paar "Puffertagen" einzuleiten, also nicht direkt vom Schreibtisch in den Urlaub zu starten. Ein, zwei Tage zuhause, in denen die Koffer gepackt und letzte Vorbereitungen erledigt werden, sollten helfen, den Stressfaktor für die Anreise und den Start in die Ferien zu mindern. "Auch nach der Reiserückkehr sollten Urlauber nicht sofort wieder arbeiten, sondern dem Körper ein oder zwei Tage geben, um sich zu akklimatisieren."
Am Ferienort selbst lohnt es sich zudem nicht, die Tage mit Aktivitäten voll zu packen. Surfen, Segeln, Reiten, Alpenwanderung und das alles am besten noch in einer Woche - viel zu viel, sagen Experten. Statt eines Rund-um-die-Uhr-Programms sollten Erholungsuchende Erlebnissstress vermeiden. Loslassen statt Volldampf lautet die Devise, sagt Stein. "Sonst wird das Stresshormon Cortisol gar nicht oder nur sehr langsam vom Körper abgebaut, sodass der Urlauber keinerlei Erholungseffekt aus seiner Jobauszeit schöpft."
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Desweiteren gilt es, auch im Job immer mal inne zu halten, sich täglich einen Moment der Ruhe, eine kleine Auszeit zu gönnen. Wer regelmäßig Erholungsphasen, quasi einen "Urlaub" im Berufsalltag, einbaut, der wird die Freizeit-Krankheit weniger oft erleben. Täglich eine Einheit wie gute Musik hören, ein gemütlicher Abend mit der Familie, ein guter Film, eine halbe Stunde spazieren oder Rad fahren, sind die Tipps von Tomas Stein, damit der Körper nicht pünktlich zur Ferienzeit wieder schlapp macht.
Für alle, die trotz Sommerhitze im Büro sitzen - und häufig die Arbeit der Urlauber mit erledigen müssen - hat das Diagnostik-Zentrum Fleetinsel ebenfalls eine Handvoll Tipps:
- genügend trinken
- lauwarme Getränke, statt eiskalter Flüssigkeiten
- leichte Speisen essen
- besser morgens arbeiten
- Ventilatoren fürs Frischegefühl
- Hände und Unterarme mit kaltem Wasser kühlen
- Bewegung, um Schwellungen zu verhindern
- luftige Kleidung
Vor allem auf das Trinken verweist Gastroenterologe Thomas Meier: "Der Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen muss ausgeglichen werden. Ansonsten sinkt die Konzentrationsfähigkeit, man bekommt Kopfschmerzen und durch den Mineralstoffverlust können Muskelkrämpfe und Herzrasen auftreten."
Stein warnt dagegen vor längerem Sitzen. Durch die Wärme und die mangelnde Bewegung am Schreibtisch weiten sich die Venen, die Venenklappen arbeiten nicht mehr so gut, das Blut wird nicht mehr schnell genug durch den Körper gepumpt. Wer regelmäßig aufstehe und umherlaufe oder seine Zehen abwechselnd nach unten und oben bewege, könne geschwollenen Füßen und Beinen vorbeugen.
Jeder Chef, der seinen Mitarbeitern bei sommerlichen Temperaturen ein Eis oder kühle Getränke spendiert, sollte laut Personal- und Gesundheitsverantwortlichen übrigens ein extra Lob bekommen. Denn Hitze im Büro greift den Kreislauf an und lähmt die Produktivität. Ein Fruchteis sorgt zwar nur bedingt für Abkühlung, entspannt aber und zaubert den meisten Gestressten ein Lächeln ins Gesicht. Die Auflockerung bringt die Hitzegelähmten wieder in Schwung - und motiviert.
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Quelle: Financial Times Deutschland
ABS-WERK schrieb:
am 4. Juli 2011 um 22:00:42
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Vor drei Wochen
Um 16.00 wollte ein Staplerfahrer aus dem Betriebsratbüro hüpfen, die Feuerwehr spannte schon das Sprungtuch auf.Vielleicht
musste er um 14.00 auf eine Beerdigung und man liess ihn mit EG2 um 13,40 nicht gehen, weil er so wichtig ist.Aber jetzt bekommen Sie ja EG3, dann hüpft keiner mehr.
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Den Bericht hat einer aus der Industrie geschrieben schrieb:
am 4. Juli 2011 um 21:57:44
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Schätze Physotherapheut mit halb-Jahresvertrag
Venenprobleme, Eis von dem wo einen ihn den Wahnsinn treibt, aber letztes Jahr schon 7
Monate in der Burn Out Kur war.Ja, so kommen wir Hellas immer noch näher, oder Entspannung statt Volldampf wenn ich übers lange Wochenende 120 e-mails drauf habe aber mit 60 geschlossenen an den Gardasee gefahren bin.Hier will man schlechtes Gewissen machen.
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Adelheit schrieb:
am 4. Juli 2011 um 21:52:40
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@komment
Ich habe mit Sicherheit mehr für die deutsche Wirtschaft durch meine Arbeit getan, als Sie es je in ihrem Leben tun werden.
Leistungsdruck gab es früher übrigens mehr noch als heute.Da war das Arbeitn nicht so human und da gab es auch keinen Kündigungsschutz, meine Lieben. 12 Stunden Arbeit unter damaligen Bedingungen würde kaum ein verweichtlichter Arbeiter von heute ertragen.Aber ich war glücklich mit und für die Arbeit, wie alle damals. Wir waren noch Arbeiter, die Stolz hatten und Ehr
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