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Werbung: Sandwichmänner bringen Reklame zum Laufen

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Sandwichmänner machen der Werbung Beine

20.12.2010, 10:00 Uhr | t-online.de/business

Der Sandwichmann: Diese mobile Reklame-Idee ist immer noch aktuell. (Foto: imago /links, dpa/rechts)

Der Sandwichmann: Diese mobile Reklame-Idee ist immer noch aktuell. (Foto: imago /links, dpa/rechts)

Mobile Werbung, bewegte Reklame, fahrende Plakate: Alles Erfindungen der Neuzeit? Von wegen: Schon 1874 wurde die Werbung mobil. Sandwichmänner - eingeklemmt zwischen zwei Reklametafeln - zogen schon im Kaiserreich durch die Straßen der Städte und warben für Waschmittel & Co. Ihre Zeit ist vorbei, doch nicht die Idee dahinter. Ihre digitalen Nachfolger mischen sich heute bei Events als Walkingscreen in die Menschenmengen. Wir zeigen Ihnen die Pioniere der mobilen Werbung: Sandwichmänner und wandelnde Waschmittelboxen.

Revolution der Werbung: Litfaßsäulen auf Beinen

Waren schon die Litfaßsäulen eine Revolution in der Werbung, steigerten die laufenden Reklametafeln den Effekt noch: 1854 wurde die erste dieser Reklamesäule aufgestellt, die an zentralen Punkten in großen Städten möglichst viele Käufer ansprechen sollte. Die Massenwerbung war erfunden. Aber noch mehr Aufmerksamkeit erregte die mobile Reklame: Sandwichmänner, die 1874 das erste Mal über die Großstadtstraßen liefen und menschliche Produkt-Attrappen.

Für Marken, Produkte und Veranstaltungen wurde geworben. Und gerade in dieser Zeit, Anfang des 20. Jahrhunderts, etablierten sich große Marken wie Maggi, Odol, Nivea oder Henkel. Die Erfindung des Farbdrucks erlaubte ganz neue Gestaltungsformen.

Wer steckte unter der Reklame?

Es waren schlecht bezahlte Jobs für Menschen, die meist arbeitslos waren: 1,25 Mark Tageslohn erhielten die menschlichen Werbeträger zu Zeiten des Kaiserreichs, was etwa fünf Euro heute entspricht, wie es auf spiegel.de heißt. Kein Vergleich mit den heutigen Promotion-Jobs für Studenten, die beispielsweise für Jägermeister im Hirschkostüm bei Party-Events auftreten.

Blütenweiße PR-Paraden

Die Werbeformen wurden immer ausgefallener: Vor allem Waschmittelhersteller schien diese Idee besonders zu begeistern. Das damals noch junge Unternehmen Henkel, gegründet 1876, schickte 1929 die Imi-Männer mit Schrubber und Eimer auf die Straße zu Promotionzwecken für das Putzmittel Imi. Der Hersteller des Scheuermittels Ata steckte Menschen in riesige Papp-Schachteln und ließ die Parade durch die Stadt ziehen. Persil schickte blütenweiße Werbemänner mit Sonnenschirmen aus. Ein beliebter Werbegag war auch, einzelne Buchstaben durch die Gegend laufen zu lassen, die zusammengesetzt den Marken- oder Produktnamen ergaben.

Doch ganz ungefährlich war der Job nicht: Die Werbemänner durften keine Gehsteige benutzen und in Frankfurt verhedderten sich bei einem Reklame-Event überdimensionale Zigarretten-Attrappen beinahe in den Straßenbahn-Oberleitungen, berichtet spiegel.de.

Nicht nur Werbebotschaften, auch politische Parolen und wandelnde Stellenanzeigen der Arbeitslosen in eigener Sache fanden bald ihren Platz auf den Tafeln.

Sind Krisenzeiten gute Werbezeiten?

Eine bahnbrechende Idee, die die Werbeschaffenden hatten. Auch heute sieht man abgewandelte Formen der Sandwichmänner in Fußgängerzonen, auf Messen oder bei Events. Sogar eine digitale Variante gibt es mit dem Walking-Screen, einer Art Rucksack-Bildschirm. "Originell sein ist Trumpf", schreibt Promcraft, der Hersteller der Walking Poster und Walking Screens über seine Produkte, die Werbung zum absoluten Eye-Catcher machen soll.

Aber ist die Strategie wirklich zur Nachahmung empfohlen? Ja - weil es ein Hingucker ist - oder doch nein, weil die Sandwichmänner wohl immer mit Krisenzeiten verbunden sind.


Quelle: T-Online

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