
18.08.2011, 08:32 Uhr | Financial Times Deutschland
Wohnmobile sind gefragt - Hymer ist hier Marktführer (Foto: dpa)
Zurück in die Vergangenheit: Der Firmenpatriarch will den Wohnmobilbauer Hymer wieder vollständig übernehmen und von der Börse nehmen. Dazu macht er ein Millionenangebot. Der Aktienkurs springt in die Höhe.
Erst hatte er Vorstand und Aufsichtsrat ausgewechselt, nun holt er sich sein Unternehmen vollständig zurück: Wohnmobilpatriarch Erwin Hymer hat am Mittwoch angekündigt, ein öffentliches Angebot zum Erwerb der sich in Streubesitz befindlichen Aktien der Hymer AG zu machen. Erklärtes Ziel ist, das Unternehmen wieder vollständig in Familienbesitz zu bringen und von der Börse zu nehmen.
Damit vollzieht sich beim Wohnmobilbauer aus Bad Waldsee ein radikaler Schwenk vom börsennotierten Konzern zurück zum Familienunternehmen, der nun fest zementiert wird. Die Hymer AG ist mit einem Marktanteil von rund 25 Prozent Markführer in Europa. Neben der Kernmarke gehören weitere Wohnmobil- und Campingwagenhersteller wie Bürstner, Niesmann+Bischoff oder Laika zum oberschwäbischen Unternehmen.
Als Gründe für den Kauf nennt die zu diesem Zweck gegründete Erwin Hymer Vermögensverwaltungs AG, "dass die Effekte der Börsenpräsenz für die AG unter den ursprünglichen Erwartungen lagen". Vor allem die hohen Kosten durch die Berichtspflichten wie das Erstellen der Finanzberichte oder die jährliche Organisation einer Hauptversammlung seien ausschlaggebend gewesen. Zudem sei die Börse nicht für Finanzierungsmöglichkeiten genutzt worden.
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Die Vermögensverwaltungs AG ist vollständig im Besitz des 81-jährigen Firmenpatriarchen. Im Vorstand sitzt Johannes Stegmaier, der zugleich Generalbevollmächtigter der Familie ist und im Aufsichtsrat der Hymer AG sitzt.
Das Erwerbsangebot bezieht sich auf rund 21,11 Prozent der Aktien - genau der Anteil, der sich nicht mehr in Familienhand befindet. Erwin Hymer bietet dafür 45,50 Euro je Aktie, ein Aufschlag von rund 17 Prozent gegenüber dem gewichteten Drei-Monats-Durchschnittskurs. Insgesamt hat der beabsichtigte Rückkauf ein Volumen von 38,4 Millionen Euro.
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Nach Mitteilung der Vermögensverwaltungs AG haben sich drei Aktionäre des Wohnmobilbauers vorab verpflichtet, das Erwerbsangebot anzunehmen. Sie halten 13,68 Prozent der Aktien. Die Annahmefrist beginnt voraussichtlich im September. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) muss dem Angebot noch zustimmen.
Erst im Februar waren die Mitglieder des Kontrollgremiums komplett ausgetauscht worden. Der damalige Aufsichtsratsvorsitzende und ehemalige Automobilpräsident Bernd Gottschalk trat nicht mehr an. Hinter vorgehaltener Hand heißt es, dass ihm nahegelegt worden sei, nicht wieder anzutreten. Mehrheitsaktionär ist bislang die Familie Hymer.
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An Gottschalks Stelle kam der Schweizer Unternehmensberater Josef Spichtig. Im Mai und Juni mussten Finanzvorstand Frank Mallet und Technikvorstand Markus Korsten gehen. An Mallets Stelle setzte sich Spichtig, der sich zugleich interimsweise zum Vorstandsvorsitzenden machte. Sein Aufsichtsratsmandat ruht derzeit.
Hymer ist seit 1990 eine börsennotierte AG. Erwin Hymer hatte sich erst vor drei Jahren aus dem Aufsichtsrat des Unternehmens verabschiedet. Der Aktienkurs sprang daraufhin um 21 Prozent auf bis zu 45,10 Euro.
Quelle: Financial Times Deutschland
Spitzfinder schrieb:
am 18. August 2011 um 09:36:07
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(0)
Hymer
Glückwunsch und Hut ab ! Börse heute heißt vielfach Ideen raus, Geld raus, Schlauredner rein, Privateigner müssen erstrangig das
Produkt auf die Reihe bringen, das Geld bringt der Kunde, nicht der kurzfristige Einsparer ! Toi,Toi...
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Wohnmobilfahrer Ulf schrieb:
am 18. August 2011 um 08:38:31
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(13)
nichts zu retten
Bei der gegenwärtigen Preisentwicklung wie sie vorrangig durch Hymer angestrebt wird, sind die Tage für diese Firma
gezählt. Hymer weis dieses und versucht nun mit Macht, zu retten was noch zu retten scheint. Schade nur, das Bürstner mit reingerissen wird.
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Joona schrieb:
am 18. August 2011 um 08:19:50
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Beifall
Ein Mann wie man es sich wünscht. Hut ab, er hat mehr verstanden als die Merkelblase.
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