06.12.2010, 16:09 Uhr | dpa
Lohn- und Gewinneinkommen: Schere klafft immer weiter auseinander (Foto: imago)
Die Schere zwischen den Einkommen aus Löhnen einerseits sowie aus Gewinnen und Kapitalerträgen andererseits geht in Deutschland laut einer Studie weiter auseinander. Im ersten Halbjahr 2010 sei der Anteil der Gewinn- und Kapitaleinkommen am gesamten Volkseinkommen deutlich gestiegen, schrieb das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) in seinem Verteilungsbericht. Der Anteil der Löhne und Gehälter dagegen sei rückläufig gewesen. Damit setze sich der langjährige einseitige Verteilungstrend - nur kurzzeitig unterbrochen durch das Krisenjahr 2009 - unvermindert fort, berichtete das gewerkschaftsnahe Institut der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf.
Durch das aktuelle Sparpaket der Bundesregierung und die geplante Gesundheitsreform verschärfe sich die ungleiche Verteilung zudem weiter. Es drohten neue Belastungen für Binnennachfrage und Wachstum. Wenn die Einkommensungleichheit immer stärker wachse, würden Wirtschaft und Gesellschaft destabilisiert, kritisierte der Autor der Studie, Claus Schäfer.
Das gesunkene Kaufkraftpotenzial der Arbeitseinkommen lasse sich auch an der sogenannten Bruttolohnquote ablesen, die auf 65,5 Prozent zurückgegangen sei. 2009 lag die Quote, die das Verhältnis der Entgelte zum Volkseinkommen angibt, noch bei gut 68 Prozent. Auch wenn das Weihnachtsgeld in diesen Zahlen noch nicht berücksichtigt sei, spreche der Trend für sich. Schäfer: "Wir sehen das alte Muster: Die Gewinn- und Kapitaleinkommen, die einer überwiegend relativ kleinen Bevölkerungsgruppe zufließen, wachsen deutlich schneller als die Lohneinkommen".
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Quelle: dpa
rui schrieb:
am 25. Dezember 2010 um 20:20:40
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Schere zwischen Arm und Reich
geht auseinander - genau das habe ich vor der Wahl prognostiziert falls wie zu erwarten die CDU und FDP die
Regierung bilden. Die Zeit der sozialen Eiszeit ist unmittelbar danach eingetroffen wobei nicht zu vergessen ist, daß die Schröderpartei mit den Grünen, der Partei der Besserverdiener, zuvor die ersten Schritte in diese Richtung gegangen sind.
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Anubis schrieb:
am 3. Dezember 2010 um 10:27:09
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Schere
Ich sags Euch, irgendwann platzt den Menschen der Kragen und dann endet es darin dass die Leute auf die Straße gehen und anfangen,
die Reichen und Lobbyisten aufzuknüpfen. Die legen es ja geradezu darauf an, solche Unruhen vom Zaun zu brechen. Vorher ändern tut sich eben doch nichts, leider.
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Schakal schrieb:
am 3. Dezember 2010 um 09:17:21
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@Pfennigfuchs
Richtig erkannt! Das haben bereits sehr viele Menschen erkannt. Man will nur nichts an diesem bekannten Mangel ändern. Es
würde nämlich das Ende des Zinses und das Ende der Banken in dieser Form bedeuten. Ich glaube aber nicht, dass der Zins der Motor des Geldumlaufs ist. Der Großteil des Kapitals liegt ja nur noch und möchte (muss) verzinst werden. Die Geldmenge ist dadurch in den letzten 40 Jahren um das 200-fach angewachsen.
Kapital muss in die Realwirtschaft fließen und das tut es nicht.
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