04.09.2009, 12:23 Uhr | AFP, dpa-AFX
Solaranlage im kalifornischen Cramer Junction - Vorbild für Desertec (Foto: dpa)Das Wüstenstromprojekt Desertec, eines der weltweit ehrgeizigsten Erneuerbare-Energien-Projekte, wird allmählich konkreter: "Wir werden im Oktober, spätestens im November mit Gründung der Desertec-Gesellschaft an den Start gehen", sagte René Umlauft von Siemens der "Süddeutschen Zeitung". Die Planungen seien weit fortgeschritten. In wöchentlichen Treffen würden die Mitglieder der Initiative derzeit an einer Geschäftsordnung und dem Gesellschaftervertrag arbeiten.
Siemens gehört zu den zwölf Gründungsmitgliedern der Initiative Desertec, die Solar- und Windenergie in den Wüsten Nordafrikas und des Nahen Ostens erzeugen will. Außerdem sind E.ON, RWE, Münchener Rück und Deutsche Bank mit dabei. Ziel ist, einen Teil der dort gewonnenen Energie auch nach Europa zu importieren.
Als wichtigste Entscheidung gelte in Kreisen des Konsortiums die Besetzung des Chefpostens, berichtete die Zeitung. Nach ihren Informationen ist der frühere Chef des UN-Umweltprogramms Klaus Töpfer Wunschkandidat mehrerer Mitglieder. Umlauft sagte lediglich, derzeit werde über die Besetzung und den Zuschnitt der Führungsposten gesprochen.
Siemens ist derweil sehr an der Verbreitung der Technik interessiert, die mit erneuerbaren Energien in Stromnetzen zusammenhängt - den so genannten Smart Grids. Mit der dezentralen Einspeisung von Energie etwa durch Windräder oder Solaranlagen ergeben sich nämlich neue Anforderungen, die künftige intelligente Stromnetze meistern sollen.
Smart Grids sollen sich selbst regeln und damit die Gefahr von Ausfällen drastisch senken. Siemens ist einer der größten Lieferanten von Stromnetzen weltweit. Das eigentlich sehr profitable Geschäft leidet derzeit aber unter der Wirtschaftskrise. Mit der sinkenden Nachfrage gerieten auch die Preise unter Druck. Dennoch will der Konzern im Wachstumsmarkt der Smart Grids die Konkurrenz ausstechen und jährlich um sieben Prozent zulegen.
Alleine in diesem Geschäftsjahr, das im September endet, sollen Aufträge von einer knappen Milliarde Euro eingehen, bis 2014 sollen es mehr als sechs Milliarden Euro sein. Siemens peilt damit einen Marktanteil von mehr als 20 Prozent an. "Wir wollen mehr als doppelt so stark wie der Gesamtmarkt wachsen", sagte Energievorstand Wolfgang Dehen.
Quelle: dpa-AFX , AFP , t-online.de
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