16.01.2012, 17:53 Uhr | dpa, t-online.de - new
Der angeschlagene Internet-Pionier Yahoo pendelt seit Monaten zwischen Hoffnung und Resignation. Investoren und die Führung suchten zuletzt nach einer Strategie zur Reorganisation. Jetzt möchte sich das Unternehmen offenbar von einigen Sparten in Asien trennen, und dabei Milliarden einnehmen.
Die Yahoo-Seifenoper ist um eine Wendung reicher: Der angeschlagene Internet-Pionier erwägt nach US-Medienberichten, seine Beteiligungen in Asien zu versilbern. Wie unter anderem die "New York Times" und das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Personen schrieben, dürften die Anteile an der chinesischen Alibaba und an Yahoo Japan insgesamt rund 17 Milliarden Dollar (13 Milliarden Euro) wert sein.
Nach Informationen der Zeitungen trifft sich der Yahoo-Verwaltungsrat noch heute, um den Plan zu diskutieren. Die Grundidee ist demnach, die Beteiligungen in die Hände der jeweiligen Mehrheitseigentümer abzugeben. Durch eine komplexe Tauschaktion sollen nicht einmal Steuern auf den erwarteten milliardenschweren Erlös anfallen.
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Yahoo hält 35 Prozent an Yahoo Japan, dessen Haupteigner der japanische Partner Softbank ist. Vom schnell wachsenden chinesischen Internetkonzern Alibaba gehören Yahoo etwa 40 Prozent. Den Berichten zufolge will sich Yahoo aber nicht ganz aus Alibaba zurückziehen, sondern 15 Prozent behalten, um weiterhin einen Fuß im wichtigen chinesischen Markt zu haben.
Seit Monaten kursieren die unterschiedlichsten Szenarien, wie es mit Yahoo weitergehen könnte. Auch der Einstieg von Finanzinvestoren oder sogar vom Software-Konzern Microsoft scheint noch nicht ganz vom Tisch. Die bisher radikalste Lösung, die in US-Medien herumgeisterte, war die komplette Übernahme durch die asiatischen Partner Alibaba und Softbank.
Yahoo hat das Problem, im lukrativen Online-Werbegeschäft gegenüber dem Suchmaschinenprimus Google an Boden verloren zu haben. Beide Firmen verdienen an gekauften Links im Umfeld von Suchergebnissen und an grafischer Werbung auf Webseiten. Mit einem Geldsegen - egal aus welcher Ecke er käme - könnte Yahoo wieder durchstarten.
Die Anfang September gefeuerte Yahoo-Chefin Carol Bartz hatte versucht, den einst als Webverzeichnis gestarteten Internet-Pionier zum Anbieter von Medien-Inhalten umzubauen. Bei der Internetsuche tat sich Yahoo mit Microsoft zusammen. Doch es fehlte an durchschlagenden Erfolgen. Der Yahoo-Verwaltungsrat prüft deshalb alle Optionen.
Quelle: t-online.de , dpa
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