18.01.2012, 09:35 Uhr | dpa, AFP, dapd
Yahoo-Mitgründer Jerry Yang will das Unternehmen überraschend verlassen. Er lege sowohl sein Amt als Verwaltungsratsmitglied bei Yahoo selbst, als auch bei der Japan-Tochter und der chinesischen Beteiligung Alibaba nieder, teilte der Konzern mit.
Yangs Rückzug kommt nur eine Woche, nachdem der neue Konzernchef Scott Thompson seine Arbeit aufgenommen hat. In seiner Rücktrittserklärung unterstrich Yang, dass er Thompson unterstütze. Beobachter in den USA brachten Yangs Abgang mit den andauernden Spekulationen um die Zukunft von Yahoo in Verbindung. Der Konzern, der im wichtigen Online-Werbemarkt immer mehr Boden an Google verloren hatte, prüft einen Verkauf oder die Trennung von den wertvollen Tochtergesellschaften in Asien. In welche Richtung das Pendel nun ausschlägt, ist allerdings weiter unklar.
Yang hatte Yahoo 1995 zusammen mit David Filo gegründet und war von 2007 bis 2009 auch Konzernchef, bevor er sich auf den Verwaltungsratsposten zurückzog. Er galt aber weiterhin als Strippenzieher im Hintergrund. Yang sagte, er habe die Jahre sehr genossen. "Dennoch ist die Zeit reif für mich, anderen Interessen außerhalb von Yahoo nachzugehen."
Die Börsianer gehen davon aus, dass sich nach Yangs Abgang etwas bewegt. Nachbörslich sprang die Aktie um drei Prozent nach oben. Zwischenzeitlich wurde etwa über den Einstieg von Finanzinvestoren oder gar des Software-Konzerns Microsoft spekuliert. Die bisher radikalste Lösung, die in US-Medien herumgeisterte, war die komplette Übernahme durch die beiden asiatischen Partner Alibaba und Softbank.
Über die Hintergründe des Abgangs von Yang wurde zunächst nichts bekannt. Nach außen hin hatten die Konzernspitzen nur freundliche Worte übrig. Verwaltungsratschef Roy Bostock lobte Yang als "Visionär und Pionier", der Yahoo entscheidend vorangebracht habe. "Wir danken Jerry." Der von der eBay-Bezahltochter PayPal herüber gewechselte neue Konzernchef Scott Thompson sagte, die Werte Yangs lebten im Unternehmen weiter.
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Yahoo hat eine Achterbahnfahrt hinter sich. Der Verwaltungsrat hatte Anfang September die bisherige Konzernchefin Carol Bartz gefeuert. Dem obersten Gremium ging der Umbau des Unternehmens offenbar zu langsam voran. Bartz wollte den als Webverzeichnis gestarteten Konzern zum Anbieter von Medieninhalten umbauen. Doch durchschlagende Erfolge blieben aus.
Bei der Internetsuche hat sich Yahoo notgedrungen mit Microsoft verbündet, um Google Paroli bieten zu können, nachdem Mitgründer Yang selbst einen Verkauf des gesamten Unternehmens für mehr als 40 Milliarden Dollar an den Software-Primus verhindert hatte. Heute ist Yahoo nicht einmal mehr die Hälfte wert.
Quelle: dpa , AFP , dapd , t-online.de
limitededition44 schrieb:
am 18. Januar 2012 um 07:51:27
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Yang
verläßt da etwa jemand das sinkende schiff???
den eindruck hab ich jedenfalls.......
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