23.12.2011, 16:02 Uhr | dapd, t-online.de
Deutsche Exporteure haben häufiger mit verspäteten Zahlungen aus dem EU-Ausland zu kämpfen. Besonders in den Krisenstaaten Italien, Spanien und Portugal, aber auch in Frankreich und den Benelux-Ländern müssen deutsche Unternehmen längere Fristen einkalkulieren. Das zeigt eine vorgestellte Umfrage der Creditreform-Unternehmensgruppe bei mehr als 1000 Exporteuren.
Gemessen an einer mittleren Forderungslaufzeit (Days Sales Outstanding – DSO) von 30 Tagen werden die Rechnungen bei Warenlieferungen nach Österreich, Schweiz sowie nach Skandinavien am schnellsten bezahlt. So gibt die überwiegende Mehrheit der exportierenden Unternehmen aus Deutschland (72,3 bzw. 65,1 Prozent) an, dass Rechnungen, die in diese Länder verschickt werden, meist innerhalb von 30 Tagen beglichen werden. Aber auch Kunden aus den Benelux-Staaten Belgien, den Niederlanden und Luxemburg bezahlen ihre Rechnungen bei gut jedem zweiten exportierenden Unternehmen (57,9 Prozent) innerhalb eines Monats.
Dennoch hätten auch in Österreich, der Schweiz und Skandinavien die Verzögerungen zugenommen - obwohl die Unternehmen dieser Länder bislang für eine gute Zahlungsmoral bekannt seien.
Verbessert habe sich die Situation in Russland, der Ukraine, dem Baltikum und der Türkei. So bekomme immerhin knapp jeder zweite deutsche Exporteur (47,9 Prozent), der nach Russland oder in die Ukraine liefert, nach spätestens einem Monat sein Geld, im Falle Polens sind es 42,2 Prozent und bei Lieferungen ins Baltikum melden 41,7 Prozent der befragten Exporteure einen pünktlichen Zahlungseingang. Allerdings müssten bei Warenlieferungen nach Russland und die Ukraine auch häufig Wartezeiten von mehr als 60 Tagen eingeplant werden (23,5 Prozent der befragten Exporteure).
Dagegen würden in Großbritannien, Irland, Frankreich, Italien sowie in Spanien und Portugal merklich längere Forderungslaufzeiten als noch 2010 registriert. Nur jeder vierte (Frankreich) bzw. jeder fünfte (Spanien, Portugal und Italien) Exporteur erhalte sein Geld innerhalb eines Monats. Fast jedes zweite Unternehmen (46,3 Prozent), das nach Italien liefert, müsse zudem eine Forderungslaufzeit von über 60 Tagen einkalkulieren.
Weil die Aufträge zunächst mit eigenem Geld vorfinanziert werden müssen, sind lange Wartezeiten sehr kostenintensiv. Zudem nimmt das Risiko eines Totalausfalls mit zunehmenden Verzögerungen exponentiell zu. Das heißt: Ist die Forderung bereits seit Wochen ausstehend, besteht immer weniger Hoffnung, dass das Geld noch in voller Höhe fließt. Dabei differiert das Ausmaß von Zahlungsverzögerungen innerhalb Europas deutlich.
Quelle: dapd , t-online.de
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