28.09.2010, 08:37 Uhr | Tobias Schormann, dpa-tmn
Todsünden bei der Bewerbung: Was gar nicht geht. (Foto: Imago)
"SGDUH, cooler Job, den nehm ich ;-)" - wer eine Online-Bewerbung so anfängt, kann es am besten gleich sein lassen. Denn Abkürzungen wie "SGDUH" für "Sehr geehrte Damen und Herren" will kein Personaler lesen. Und ein lässiger Tonfall wie im Chat ist ebenfalls daneben. In unserer Klick-Show haben wir zehn Todsünden bei der Online-Bewerbung für Sie zusammengestellt.
Online-Bewerbungen machen vieles einfacher. Im Handumdrehen können Bewerber auf eine Anzeige reagieren und ihre Unterlagen einreichen. Außerdem fällt das lästige Kopieren von Zeugnissen und Lebenslauf weg. Und man muss keine Angst haben, dass die Mappe verknickt beim Personaler ankommt. Doch auch beim Bewerben per Mausklick gibt es etliche Fettnäpfchen.
So hätten etwa Smileys in einer Bewerbung nichts zu suchen, erläutert Etikette-Trainerin Imme Vogelsang aus Hamburg. Auch Chat-Ausdrücke seien tabu - etwa "*g*" für grinsen. Ein ganz klares K.O.-Kriterium ist für die Trainerin eine schlampige Rechtschreibung in der E-Mail einer Online-Bewerbung. Und auch wenn es manche mit der sprachlichen Form privat nicht so genau nehmen - bei der Jobsuche geht das gar nicht. "Dadurch disqualifiziert man sich schnell", warnt der Bewerbungsberater Gerhard Winkler aus Berlin. Bewerber dürften in einer E-Mail also nicht einfach alles klein schreiben.
Auch ein allzu lockerer Tonfall ist für die Online-Bewerbung tabu: "Hallo, ich bin der Jens" sei die falsche Art, eine Online-Bewerbung zu beginnen, sagt Vogelsang. "Sehr geehrte Damen und Herren" sei immer noch die Standardformel für eine Begrüßung in Schriftform, ergänzt Winkler. Genauso sei es mit dem Gruß am Ende des Schreiben, auch dieser dürfe nicht zu flapsig klingen. "Man schreibt 'Mit freundlichen Grüßen' und nicht 'Cheers!'", sagt Winkler. "Manche wollen da unbedingt eine persönliche Note reinbringen und schreiben dann so etwas wie 'sonnige Grüße' - bitte nicht!", ergänzt Vogelsang. "Und man sollte auch keine Abkürzungen wie 'MFG' oder 'LG' für 'Liebe Grüße' benutzen."
Abschrecken lassen sollten sich Bewerber von den Regeln aber nicht. Denn immerhin mehr als jede vierte Firma (27 Prozent) in Deutschland erhält Bewerbungen am liebsten online. Das hat eine Umfrage unter 1357 Firmen im Auftrag des Branchenverbandes BITKOM ergeben. Rund jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) zieht es vor, wenn Kandidaten sich per E-Mail vorstellen. Weitere acht Prozent bevorzugen Bewerbungen über ein Formular auf der Firmen-Webseite. Insgesamt ist die Papiermappe noch erste Wahl: Die Mehrheit (61 Prozent) plädiert dafür.
Tobias Schormann, dpa-tmn
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