04.04.2011, 19:21 Uhr | Financial Times Deutschland
In der Inneren Mongolei (Foto: imago)Der Leitindex der Mongolei hat binnen fünf Jahren 1760 Prozent zugelegt. Die Royal Bank of Scotland lässt mutige Anleger nun auf eine Fortsetzung dieser sagenhaften Rally wetten - mit einem speziellen Zertifikat. Vor allem die Rohstoffe könnten für Anleger interessant sein.
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Rohstoff-Riese setzt auf die Mongolei
Die beste Börse auf Sicht von fünf Jahren? Peru kommt in Euro gerechnet auf ein Plus von 280 Prozent, Sri Lanka schafft 160 Prozent, China noch 140 Prozent. Doch das ist alles Kindergarten - zumindest im Vergleich zur Mongolei. Der Leitindex MSE Top 20 hat seit April 2006 um 1760 Prozent zugelegt. Mit einem Zertifikat der Royal Bank of Scotland können mutige Anleger nun auf eine Fortsetzung dieser sagenhaften Rally wetten (ISIN DE000AA3ACK6).
"Unserer Meinung nach steht die Mongolei vor einem ähnlichen Durchbruch wie einst Kasachstan oder Katar", sagt Kemal Bagci aus dem Derivateteam der Royal Bank. Das Land verfüge über enorme Rohstoffressourcen, die langsam von internationalen Konzernen entdeckt würden. Bagci: "Allein Rio Tinto will in den nächsten Jahren vier Milliarden Dollar investieren - das entspricht der Wirtschaftsleistung der Mongolei 2009."
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"Das Saudi-Arabien Asiens"
Bagci ist mit seinem Optimismus nicht alleine. Stefan Böttcher, Fondsmanager bei Charlemagne Capital, bezeichnet die Mongolei als "interessantesten Markt" unter den sogenannten Frontier Markets, den Volkswirtschaften also, die noch nicht reif genug sind, um als Schwellenland zu gelten. Und für Vermögensverwalter Marc Faber ist das zentralasiatische Land "das Saudi-Arabien Asiens".
Allerdings ist es kaum möglich, direkt an der mongolischen Börse zu investieren. "Der Handel ist extrem illiquide", sagt Bagci. Darum weicht die Royal Bank derzeit noch auf Aktien von Minenunternehmen aus, die zwar in Hongkong oder Kanada gelistet sind, aber mindestens die Hälfte ihrer Umsätze in der Mongolei erzielen. "Sobald es an der mongolischen Börse Aktien mit ausreichendem Handelsvolumen gibt, werden diese Titel für unser Zertifikat berücksichtigt", sagt Bagci.
Starke Schwankungen in der Mongolei
Der Index, auf den sich das Zertifikat bezieht, wird halbjährlich angepasst. Die jährliche Managementgebühr beträgt ein Prozent, die Geld-Brief-Spanne soll bei 1,5 Prozent liegen. Dividenden werden reinvestiert.
So verlockend die Chancen klingen, Anlegern muss klar sein, dass hohe Risiken lauern. Das zeigt schon ein Blick auf die Schwankungen der mongolischen Börse: Zwischen Mitte 2007 und Mitte 2009 verlor der Leitindex in Euro gerechnet über 70 Prozent. Auch aktuell läuft eine Korrektur: Seit dem Hoch Ende Februar büßte der MSE Top 20 ein Viertel an Wert ein. Trotzdem liegt er seit Jahresbeginn noch 63 Prozent im Plus.