11.01.2012, 09:11 Uhr | dpa-AFX
Zeichen des guten Willens in der Börsenfusion: Auf ihrem Weg zum weltgrößten Marktbetreiber haben die Deutsche Börse und NYSE Euronext weitere Zugeständnisse an die EU-Wettbewerbsbehörde gemacht. Zugleich verlängert sich dadurch die Prüfungsfrist der Europäischen Kommission bis Februar 2012. Analysten zeigten sich von der Ankündigung der beiden Platzhirsche nicht überrascht. Die Aktie der Deutschen Börse zeigte sich in einem festen Markt gut behauptet.
Unter anderem sind die beiden Konzerne bereit, sich von weiteren Unternehmensteilen im Derivatesektor zu trennen. Dabei erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX aus informierten Finanzkreisen, dass nun angeboten wurde, das gesamte Geschäft mit Aktienderivaten der zur NYSE Euronext gehörenden Terminbörse Liffe zu verkaufen. Bislang hatten die NYSE nur angeboten, sich vom Derivategeschäft auf europäische Einzelaktien zu trennen. Zugleich, so heißt es offiziell weiter, soll der Käufer dieses Geschäftsfeldes die Möglichkeit erhalten, das Verrechnungs- und Abwicklungssystem Eurex-Clearing der Deutschen Börse zu nutzen.
Aus den Kreisen hieß es zudem, dass die beiden Börsen bereit seien, Wettbewerbern für eine deutlich größere als bisher geplante Anzahl von Aktienindexderivaten und Zinsderivaten den Zugang zu ihrem Verrechnungs- und Abwicklungssystem zu ermöglichen. Die Ähnlichkeit der Produkte der Wettbewerber mit denen der neuen Börse dürfe deutlich höher sein als bisher zugestanden.
Zu guter Letzt gibt es nach Angaben der beiden Marktbetreiber die Bereitschaft, Wettbewerbern, die Zinsderivate einführen wollen, eine Lizenz für das Eurex-Handelssystem der Deutschen Börse zu erteilen. Die ermöglicht der Konkurrenz einen schnellen und leichten Markteintritt, wie Analyst Christian Muschick von Silvia Quandt kommentierte. Er sieht vor allem in der Eurex-Lizenzvergabe an Wettbewerber einen möglichen spürbar negativen Effekt. "Dennoch hat die Lizensierung von Xetra dem Kassamarktgeschäft der Deutschen Börse bislang auch keinen Schaden zugefügt und das zeigt, dass Lizenzvereinbarungen nicht wertzerstörend sein müssen, sofern die Strukturen stimmen."
Nach Ansicht von Analyst Matthias Dürr von der DZ Bank war "der Schritt grundsätzlich zu erwarten gewesen". Er sieht zudem nur einen geringen Einfluss auf die gesamten Umsätze der neuen weltgrößten Börse. "Die Auswirkungen dürften die Umsätze um weniger als fünf Prozent belasten."
Devisen-Handel beim Testsieger, Cash Back und keine Ordergebühren!
Jetzt sichern
Equinet beließ die Einstufung für die Aktie der Deutschen Börse nach Überarbeitung der Fusionspläne mit der NYSE Euronext auf "Accumulate" mit einem Kursziel von 48,00 Euro. Mit den neuen Zugeständnissen des Börsenbetreibers dürften die Bedenken der EU-Wettbewerbsbehörde etwas gemildert werden, schrieb Analyst Philipp Häßler. Die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns der Fusion kalkuliere er derzeit mit etwa 50 Prozent in seine Schätzungen ein. Allerdings sei die Aktie der Deutschen Börse auch auf Basis einer Bewertung als eigenständiges Unternehmen attraktiv.
Aufgrund der weiteren Zugeständnisse verlängert sich die Prüfungsfrist durch die EU nun bis zum 9. Februar 2012. Zuletzt war ein Abschluss der Prüfung am 23. Januar erwartet worden. Mitte November noch hatten die beiden Börsen darauf gehofft, ihren Zusammenschluss bis Ende 2011 unter Dach und Fach zu haben.
Beide Börsen gehen unverändert von einer Genehmigung der Fusion durch die europäische Wettbewerbsbehörde aus und rechnen noch im ersten Quartal des neuen Jahres mit dem Abschluss der Transaktion.
Devisen-Handel beim Testsieger, Cash Back und keine Ordergebühren!
Jetzt sichern
Quelle: dpa-AFX
Uwe schrieb:
am 13. Dezember 2011 um 16:42:49
(0)
(0)
NYSE
ich bin kein Steuerfachmann aber könnte mir denken,das dadurch die geplante Finanztransaktionssteuer ausgehebelt wird.Amerika wird
diese Steuer nie einführen und sollte die NYSE New Yorg als Firmensitz wählen,gilt dann für Transaktionen Amerikanisches Recht? Lasse mich da gern belehren.Ausserdem wächst dann doch da ein Riesen Casino für Finanzzocker deren Verzahnung und deren möglichkeiten wachsen dann auch.Mir gefällt die Börsenfusion daher gar nicht.
mehr
Kommentar melden
Webranth schrieb:
am 13. Dezember 2011 um 15:28:20
(0)
(0)
Deutsche Börse & NYSE
Erwächst da nicht eine starke Konkurrenz zum Finanzplatz London?
Kommentar melden
scooterfan schrieb:
am 13. Dezember 2011 um 13:59:43
(0)
(0)
der Zusammenschluss
war schon lange klar, zeigt aber nur auf wie eng es jetzt für die Börsen wird.ist also nicht positiv zu sehen.
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.
